Besuch der Wirtschaftsförderung

Marler Zeitung | Von Klaus Wilker

MARL. Gute Ideen, Kreativität, Bodenständigkeit, ein gutes Team und die Qualität als oberstes Gebot – das sind die Standpfeiler eines Unternehmens, das sein Geld damit verdient, dass seine Kunden bekannt werden und auf der Erfolgsspur fahren. Die Kunden kommen vornehmlich aus der Region, aber auch von weiter her, um in Marl etwas zu kaufen, was jede Firma – ob groß oder klein – braucht: Werbung.

 

Seit Februar 2012 sitzt Fred Toplak (53) mit seiner Werbeagentur und Werbetechnik-Firma direkt neben dem Baumarkt an der B 225. „Dort haben wir ideale Arbeitsbedingungen“, sagt der 53-jährige, gelernte Schildermaler und Werbetechnikmeister, der gern an seinem alten Firmensitz, einem alten Fachwerkhaus in Herten-Transvaal geblieben wäre, dort aber offenbar nicht die gewünschte Unterstützung bekommen hat.So sitzt das Familien geführte Unternehmen nun für jedermann gut sichtbar neben dem Baumarkt an der B 225, was Bürgermeister Werner Arndt und die Marler Wirtschaftsförderer sehr freut. Die Stadt-Delegation schloss mit dem Besuch bei Toplak ihre diesjährige Firmenbesuchs-Tour ab.

 

Was die Gäste vor und in dem Unternehmen zu sehen bekamen, beeindruckte sehr. Die Werbe-Profis bieten einfach alles, was die Toplak-Kunden brauchen, um selbst gut ins Geschäft zu kommen: Werbebanner, Innen- und Außenwerbung, Reklameschilder, Lichtwerbung, Autobeschriftung, Fahnen, Banner, komplette Messestände, Ausleuchtung mit LED-Technik etc. Aber auch wer ein neues Logo, Visitenkarten, Flyer, eine eigene Internetseite oder ein Beschattungssystem im Firmendesign braucht, ist bei Fred Toplak gut aufgehoben. Angst vor großen Aufgaben haben Fred Toplak und seine Ehefrau Barbara Albermann (44) – auch sie ist Werbetechnikmeisterin – nicht. „Wir haben schon Flugzeuge in Loemühle und Schiffe mit Folie beklebt“, sagt Barbara Albermann. Für das Busunternehmen Rosi-Reisen hatte Toplak vor der Fußball-Europameisterschaft mehr als ein Dutzend Busse mit den Logos und Farben der Hauptsponsoren beklebt. In den Bussen wurden die VIP-Kunden der Sponsoren durch Polen und die Ukraine kutschiert. Immer mehr gefragt ist das sogenannte Car Wrapping, das Bekleben von Autos mit hochwertigen Folien (Carbon-Struktur).

 

Aufmerksam verfolgen Bürgermeister Werner Arndt und seine Begleiter, wie Linda Petrich auf das Dach eines Sportwagens eine schwarze Folie aufträgt. Die 26-jährige Werbetechnikerin versteht etwas von ihrem Fach: Sie wurde in ihrem Ausbildungsjahrgang Bundessiegerin. Die Firma Toplak zählt mittlerweile elf Mitarbeiter (darunter zwei Azubis). In den nächsten beiden Jahren will Fred Toplak den Jahresumsatz seines Unternehmens auf rund 1,4 Millionen Euro steigern. Kunden des Marler Werbeprofis sind vor allem Handwerksbetriebe aus der Region. Aber auch die Caritas, das Diakonische werk, das Deutsche Rote Kreuz, die Vestische und Kommunen beauftragen das Marler Unternehmen Toplak, wenn es um Werbung in eigener Sache geht. Zurzeit hat das Unternehmen etwa 800 Stammkunden. Durch die zentrale Lage an der B225 werden sicher noch weitere dazu kommen, hofft Fred Toplak.

WAZ | Von Gert Eiben

Mit ein bisschen Frechheit. Werbeagentur Toplak wirbt mit auffälligem Reisemobil des Chefs

Sie sind in Wirklichkeit schwarz, glänzen aber elfenbeinfarben. Oder sie sind in der grünen Natur fast unsichtbar, weil sie komplett mit einer naturgetreuen Fotofolie beklebt sind. Autos so komplett zu umzugestalten, das ist eine der Spezialitäten des 53-jährigen Fred Toplak (53). Seine Werbeagentur ist bestens am Markt positioniert – insbesondere seit des Umzugs im Februar dieses Jahres von Herten nach Marl. Klar, dass der Werbe-Profi genau weiß, wie man sich optimal präsentiert. Schließlich soll das Marketing in eigener Sache ja auch ein Beweis sein, dass Fred Toplak etwas von seinem Fach versteht. Also steht sein quadratischer Neubau sehr auffällig an der Recklinghäuser Straße im „Vorfeld“ eines großen Baumarktes.

 

Das sorgt für den erwünschten Bekanntheitsgrad und für ganz viele Kundenkontakte – nicht immer treffen sie den Kern des Geschäftes. Wenn beispielsweise Besucher fragen, ob es hier Würstchen gibt. Handwerksbetriebe lassen sich beraten; die Caritas lässt ihre Fahrzeuge hier beschriften; das Deutsche Kreuz kommt als Kunde, die Vestische und die Kommunen. Es geht um Innen- und Außenwerbung, Reklameschilder, Fahnen, Banner, komplette Messestände, Ausleuchtung mit LED-Technik und um Autoveredelungen.

 

Pool von rund 800 Stammkunden

Linda Petrich und Lukas Strzyzewki ziehen in der Halle eine schwarzglänzende Folie auf das Dach eines weißen Sportwagens. Krachend löst sich der Kleber, wenn die beiden den Kunststoff hochziehen, um es wieder glatt auf das Dach zu ziehen. Es soll aussehen wie lackiert. Viele elfenbeinfarbene Taxis sind der Beweis für die Perfektion: Unter der Folie liegt der oft schwarze Originallack des Autos. „Unser Schwerpunkt ist das Ruhrgebiet“, erläuterte Fred Toplak den Mitgliedern des Wirtschaftsförderungsausschusses, die auf ihrer Sommer-Tour 2012 in Drewer-Süd vorbeischauten. „Aber wir sind mittlerweile bundesweit tätig.“ Die Kunden schätzen seine Flexibilität – Fred Toplak kombiniert das mit seiner Reiselust. Wenn er Aufgaben in München, Köln oder Wilhelmshaven zu erledigen hat, dann nimmt er kurzerhand sein auffälliges Reisemobil und genießt die Fahrt.

 

„Unsere Kunden wissen es zu schätzen, dass sie bei uns alles aus einer Hand bekommen.“ Toplak ist Werbeagentur (hat die Ideen) und bietet Werbetechnik (setzt die Ideen um). „Wir entwerfen Logos, entwickeln das Layout für Drucksachen und machen auch die Angebote für die Produktion. Wir betreuen einen Pool von rund 800 Stammkunden.“ „Außergewöhnlich heißt nicht zwangsläufig außergewöhnlich teuer“, erläutert Barbara Albermann (44). Sie ist Werbetechniker-Meisterin, genau wie ihr Mann Fred Toplak. Und natürlich haben sich beide im Beruf kennengelernt. Gemeinsam führen sie in Marl ein Team aus elf Mitarbeitern, darunter zwei Auszubildende zu Werbetechnikern. „Die hießen früher Schilder- und Lichtreklame-Hersteller.“ Bei Toplak lässt sich offenbar gut lernen, denn aus den Reihen gingen sogar schon Bundessieger hervor.

 

Langfristige Zusammenarbeit

Alle Seiten sollen mit der Zusammenarbeit zufrieden sein, betont Fred Toplak. Sein Ziel ist nicht ein kurzfristiges Erfolgserlebnis, sondern eine langfristige erfolgreiche Zusammenarbeit. Und er spricht von ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung. Dazu gehört sein Engagement, wenn Einrichtungen oder Vereine seine Hilfestellung brauchen. Dafür hat der Werbe-Fachmann einen eigenen „Etat“ – auf der anderen Seite spart er sich de Weihnachtspräsente für seine Kunden. „Verantwortung, Nachhaltigkeit, Vertrauen, Ehrlichkeit und manchmal ein bisschen Frechheit“, nennt Fred Toplak seine Maßstäbe. „Frechheit“ ist wohl ein spezielles Merkmal der Werbebranche. Er hat es mit Erfolg eingesetzt.