Ruhrgebiet

Wir sehen uns im Ruhrgebiet.

Nicht nur im Zuge der Kulturhauptstadt 2010. Wir waren auch schon vorher hier, hier im Revier, zwischen Emscher und Ruhr. Aber ich kann es nicht von der Hand weisen – dat janze gedöne drumrum – 2010 bewegt einen schon und springt irgendwie über. Ich hoffe auf eine nachhaltige Wirkung und freue mich wenn die Region davon zukünftig profitieren kann. Auch wenn ich mit dem Begriff – Metropole Ruhr, noch nicht so richtig warm geworden bin. Für mich wird es wohl eher der Pott bleiben, wenn als Ausdruck der Beschreibung auch nicht wirklich salonfähig – oder doch? Manchmal, wenn ich mich so ganz klein fühle – ich weiß natürlich nicht, ob Sie das Gefühl bei sich kennen – dann denke ich an die Geschichte, die Entstehung des Ruhrgebiets.

 

An all den Dreck, Schmutz oder Staub – keines dieser Begriffe trifft so richtig zu – den die Mischung mit Schweiß ergibt erst den richtigen Geschmack. An all die Frauen und Männer die dieses Gebiet industriell erschlossen und nach vorne gebracht haben. Der Ausdruck Maloche beschreibt die Geburt der Region wohl eher passend. Dann geht es mir gleich besser. Ich kann mir sicher sein, es geht mir gut. Ich hab es leicht, hauptsache gesund. Das klappt natürlich nicht immer. Oft spüre ich, dass je weiter man sich von der Region entfernt, je weiter rückt dieses konkrete Gefühl aus dem Blickwinkel der Menschen, was schade aber menschlich ist. Das Wirtschaftswunder von Deutschland hatte hier seine Geburtsstätte. Und so ein bisschen spürt man es wieder.

 

Ich selber bin gerade mal Ü50 und möchte nicht den Eindruck erwecken das ich da entscheidend mitgewirkt habe. Aber ich wurde da so ziemlich in der Mitte, mitten rein geboren und kann vieles nachempfinden. Ich bin meinem Vater und meinem Bruder nicht in die Grube gefolgt, ich wurde dann eher zufällig Schildermaler. Für Bergmann hatte es nicht gereicht. Nun laufen wir schon seit ein paar Jahren auf unsere Geschichte rum, manchmal auch bergauf. was sich in der Neuzeit angekommen, Haldentour nennt. Im größten, zusammenhängenden künstlichem Mittelgebirge der Welt. Froh bin ich, durch die Initiative eines lieben Freundes kurz vor Toresschluss wenigstens einmal live vor Kohle, mitten im Betrieb Bergwerk Lippe in ca. 1200 Meter Tiefe gewesen zu sein.

 

Ja is klar, natürlich war dat eine Spassveranstaltung. Nichts desto trotz und nicht weniger beeindruckend.

Erkenntnis: Schildermaler ist schon ein toller Job.